Unfall - und dann drei Wochen auf die MRT-Diagnose warten?

Am 15. Februar ist es passiert - nach 50 Jahren unfallfreiem Skifahren, irgendwo auf der Piste, ohne ersichtlichen Grund: Ein Sturz, der linke Ski öffnet, der rechte nicht - ein heftiger Schmerz im rechten Knie zeigt eine Verletzung an.

In der Unfallambulanz im Krankenhaus Dornbirn ist es wie immer am Freitag Abend: Es ist einiges los, man wartet geduldig, nach einer Stunde werde ich aufgerufen, untersucht und an das Röntgen verwiesen. Nach einer weiteren Stunde heißt es: Am Knochen ist nichts, kommen Sie wieder, wenn es über das Wochenende nicht besser wird. Ein Salbenverband (mit Voltaren) wird noch angelegt.

Ich kenne meinen Körper gut genug, um zu wissen, dass es sich um mehr handelt als um ein vorübergehendes, kleines Wehwehchen. Im Bett ist es schwierig, eine schmerzfreie Lage zu finden. Als Schmerzmittel habe ich Ibuprofen angeboten bekommen. Doch das wirkt sich (auch bei äußerlicher Anwendung) prekär auf meine Verdauung aus. Angesichts dessen, dass ich meinem Knie Ruhe gönnen will, habe ich darauf verzichtet. Als erstes möchte ich eine Diagnose, dann kommen Therapie und - wenn notwendig und hilfreich - Medikamente.

Am Montag mache ich mich auf den Weg zu "meinem" Orhtopäden, einem erfahrenen Arzt, dem ich eine klinische Diagnose zutraue. Erfahren ist er wirklich, doch mittlerweile in Pension. Von seinem Nachfolger bekomme ich einen Termin am 8. Mai. Mein Hausarzt ist im Urlaub, seine Vertretung schreibt mir eine Überweisung für ein MRT, ohne das offenbar keine Diagnose zu erhalten ist. Ich muss ein privates MRT-Institut aufsuchen. Im Krankenhaus bekomme ich kein MRT. Wörtlich höre ich: "Es tut uns leid, wir sind mit der Situation auch nicht zufrieden. Aber Sie können warten, bei Ihnen geht nichts kaputt."

Drei Wochen warten? Im MRT-Institut in Dornbirn bekomme ich nämlich gar keinen Termin - weder wird das Telefon abgenommen, noch wird auf Mail geantwortet. In Bludenz bekomme ich einen Termin am 14. März, in Bregenz immerhin am 8. März. Also drei Wochen mit Schmerzen, nicht wissend, was ich tun darf und was nicht, was mir gut tut und was nicht? Unterdessen behandle ich mich mit klassischer Pflanzenmedizin: Arnikakompressen helfen bei frischen Verletzungen, die Schwellung und den Bluterguss abzubauen und unterstützen die Heilung. Beinwell als Umschlag oder Salbe fördert und beschleunigt die Heilung von Knochenbrüchen und Verletzungen des Bindegewebes. Und Krücken haben mir meine Nachbarn gleich am Tag nach meinem Unfall geliehen.

Mittlerweile sind sieben Tage vergangen, einige hilfreiche Menschen, die in Krankenhäusern tätig sind, haben meine missliche Lage mitbekommen und agieren: Ich bekomme am Freitag, dem 22.2. einen MRT-Termin in Bludenz und mit dem Bild die Diagnose in der Unfallambulanz des Krankenhauses Dornbirn: Impressionsfraktur des Schienbeinkopfes, alle Bänder, Sehnen und Muskeln sind heil. Therapie: nicht auftreten, Physiotherapie und täglich Blutverdünnung spritzen wegen Thrombose-Gefahr - soviel zum Thema "Bei Ihnen geht nichts kaputt".

Fazit: Es darf nicht sein, dass frisch Verletzte oder auch andere Patient/innen drei Wochen lang auf Diagnose und Therapie warten, während in Dornbirn und anderen Krankenhäusern in Vorarlberg MRT-Geräte still stehen. So ist es nämlich. In Dornbirn haben wir vor etwa zwei Jahren um rund zwei Millionen Euro ein MRT angeschafft. Doch es ist täglich nur wenige Stunden in Verwendung. Erklärungen dafür gibt es unterschiedliche:

  • Eine lautet, es gebe nicht ausreichend Personal, um das MRT zu betreiben. Vier niedergelassene MRT-Institute in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Bludenz sind allerdings von früh bis spät beschäftigt.
  • Eine andere Erklärung lautet: Die Krankenkasse zahlt nicht für die Ambulanz, daher können in den Krankenhäusern nur Patient/innen ein MRT bekommen, die stationär aufgenommen werden.

Das wäre übrigens auch ein Weg - bestimmt nicht teurer, als wenn Patient/innen wochenlang ohne Therapie im Krankenstand zubringen müssen.

Was jedenfalls nicht sein darf ist, dass MRT-Geräte als teure Prestige-Objekte angeschafft werden, von denen die Patient/innen nur in Ausnahmefällen profitieren.

An diesem Thema bleibe ich dran!!

PS: MRT Magnetresonanztomographie ist eine Erfindung der 1970er Jahre. Durch ein starkes Magnetfeld werden atomare Teilchen im Körperinneren in Schwingung versetzt. Durch weitere, wechselnde Magnetfelder wird deren Resonanz aufgegriffen und über mathematische Verfahren in Bilder umgewandelt. So können auch weiche Strukturen des Körpers abgebildet werden. Eine herausragende Erfindung, die  zurrecht mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

PPS: Meine Verletzung kann weder operiert noch mit Gipsverband behandelt werden. Das rechte Bein darf ich nur mit 12kg belasten (das ist das Gewicht des Beines selbst). Ich gehe also mit Krücken, setze meine Pflanzentherapie fort und bekommen zusätzlich Physiotherapie. Täglich setze ich mir eine Blutverdünnungsspritze (ugh!). Die Schmerzen sind fast abgeklungen. Die Verletzung wird spätestens nach sechs Wochen folgenlos abgeheilt sein. Am meisten vermisse ich meine liebsten Bewegungsformen: Gehen, Rad- und Skifahren.

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